Rudolf Koella
Dr. phil., Kunsthistoriker, Camille-Graeser-Stiftung, Zürich

Sigismund Righini - zwischen Kunst und Politik

Der Zürcher Maler, Zeichner und Kunstpolitiker Sigismund Righini (1870-1937) ist eine der einflussreichsten Figuren der Schweizer Kunst um 1900. Das Kunstmuseum Solothurn besitzt zwei bedeutende Bilder des Künstlers und widmete ihm 1992 bereits eine Zeichnungs-Ausstellung.

Nun wird – nach der letzten Übersichtsausstellung im Kunsthaus Zürich von 1962 – erstmals wieder ein Blick auf das Gesamtwerk mit Ölbildern und Arbeiten auf Papier ermöglicht. Dabei werden Righinis Werke im Kontext des gleichzeitigen Schaffens von Ferdinand Hodler, Max Buri, Hans Emmenegger, Cuno Amiet, Giovanni Giacometti, Félix Vallotton, Ernest Biéler u.a. gezeigt, um neben der Verwandtschaft mit seinen Weggefährten auch die Eigenart und herausragende Qualität von Righinis Kunst zu betonen. Mutig und entschieden baute er seit Anbeginn seines Schaffens in den 1890er Jahren auf die Kraft einfacher Kompositionen und leuchtender Farben. Er gehört neben Cuno Amiet und Giovanni Giacometti zu den eigentlichen Wegbereitern der Moderne in der Schweiz.

Dr. Rudolf Koella wurde 1942 in Zürich geboren. Nach seinem Studium wirkte er als Assistent am kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Zürich, war danach frei wissenschaftlich und kunstkritisch tätig und wurde 1973 Konservator des Kunstmuseums Winterthur. Seit 1991 ist er wieder freiberuflich tätig, u.a. als künstlerischer Berater von Firmen, als Publizist, Ausstellungsorganisator und Mitglied in verschiedenen Stiftungen, bis 2002 auch Kommissionspräsident des Museo Cantonale d'Arte in Lugano.


Vorträge 2003/2004